Teichwirtschaft Ahlhorn - Eine Naturoase im Nordwesten - Wie lange noch?

Kleine Anfrage der Abgeordneten Renate Geuter und Axel Brammer (SPD) vom Januar 2010
mit Antwort der Landesregierung

Die Niedersächsischen Landesforsten betreiben in Ahlhorn eine naturnahe ökologisch ausgerichtete Teichwirtschaft. In über 40 Karpfenteichen mit fast 120 ha Wasserfläche werden einheimische Fische wie Karpfen, Schleie, Hechte, Zander und Weißfische aufgezogen, zusätzlich Regenbogen- und Bachforellen. Das Gebiet der Ahlhorner Fischteiche steht seit 1993 unter Naturschutz, das Naturschutzgebiet ist Bestandteil des FFH-Gebietes 012 „Sager Meer, Ahlhorner Fischteiche und Lethe“.

Die Forellen der Teichwirtschaft leben in naturnahen Fließgewässern, die durch die Lethe mit Wasser versorgt werden. Die Lethe entspringt in der Gemeinde Emstek (Landkreis Cloppenburg) und mündet als linksseitiger Nebenfluss der Hunte im Landkreis Oldenburg. Im Gebiet der Ahlhorner Fischteiche wird die Lethe von vier Staustufen unterbrochen, die als Speicher zur Wasserversorgung dienen. Über das Wasser der Lethe hat sich im Bereich der Ahlhorner Fischteiche im Laufe der Jahre eine Naturlandschaft gebildet, die Rückzugsgebiet und Lebensraum für viele seltene Pflanzen und Tiere geworden und inzwischen einzigartig in Nordwestdeutschland ist.

Die in den letzten Jahrzehnten veränderte Bewirtschaftung der Ländereien an der oberen Lethe hat erhebliche Auswirkungen auf die ökologischen Abläufe im Teichgebiet. Im Laufe der Jahre ist die Wasserspende aus der oberen Lethe deutlich zurückgegangen. Durch die intensive Landwirtschaft im Bereich der oberen Lethe wird der Fluss seit vielen Jahren sehr stark mit Nährstoffen und Spritzmitteln belastet, die die Natur im Naturschutz- und FFH-Gebiet Ahlhorner Fischteiche nach-haltig schädigen. Es kommt zu Algenblüten mit nachfolgender Verschlammung und schwindender Wasserqualität der Teiche. Dadurch wird die Nahrungskette geschädigt, Flora und Fauna verarmen. Bereits jetzt ist ein starker Rückgang der Brutpaare bei den Wasservögeln zu erkennen.

Die Situation verschärft sich noch durch die Grundwasserentnahme des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV), der Brunnen in unmittelbarer Nähe der Lethe und der staatlichen Teichwirtschaft betreibt. Dadurch kommt es zu verstärkten Wasserversickerungen in den Teichböden.

Im April 2009 war der Wassermangel im Teichgebiet so erheblich, dass Frischwasser erforderlich war, um die Jungforellenzucht zu gewährleisten. Dieses entnahm die Staatliche Teichwirtschaft aus dem Trinkwassernetz des OOWV, was dieser der Teichwirtschaft in Rechnung stellte.

Das im Bereich der Lethe durchgeführte EU-Projekt „Farmers for Nature“, das im Juli 2008 abgeschlossen wurde, hat zu keiner Verbesserung der Situation geführt. Auch alle anderen bisherigen Versuche, zu einer Nährstoffreduzierung zu kommen, waren nicht erfolgreich.

Sowohl die geringeren Wassermengen als auch die immer größer werdenden Nährstoffmengen wirken über die Lethe auf die Staatliche Teichwirtschaft ein. Sie führen zu einer deutlichen Verschlechterung der ökologischen Situation in dem Naturschutz- und FFH-Gebiet und bedeuten eine große Gefahr für die Staatliche Teichwirtschaft und das Naturschutz- und Erholungsgebiet.

Es besteht daher eine besondere Verpflichtung sowohl des Landes Niedersachsen als auch der beiden zuständigen Landkreise im Zuge der FFH-Richtlinie, negative Auswirkungen auf das FFH-Gebiet Ahlhorner Fischteiche durch Einflüsse von außen, wie in diesem Fall die Nährstofffracht, zu verhindern. Den Antrag, bestimmte Landschaftsteile entlang der oberen Lethe als Naturschutzgebiet auszuweisen, hat der zuständige Landkreis Cloppenburg mit der Begründung abgelehnt, dass das Niedersächsische Naturschutzgesetz eine Unterschutzstellung von Flächen zur Verbesserung der Wasserqualität für ein an anderer Stelle gelegenes bereits ausgewiesenes Naturschutzgebiet nicht vorsehe.

Der Landkreis Oldenburg sieht allerdings die Notwendigkeit einer Schutzform, um den Zustand des Naturschutz- und FFH-Gebietes nicht noch weiter zu verschlechtern.

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Landesregierung:

1. Welche Maßnahmen sieht der von den Niedersächsischen Landesforsten erstellte Managementplan für das FFH-Gebiet „Sager Meer, Ahlhorner Fischteiche und Lethe“ zum Schutz und Erhalt dieses Gebietes vor?
2. Enthält dieser Managementplan auch Maßnahmen zur Lösung der Probleme, die durch den massiven Nährstoffzufluss in die Ahlhorner Fischteiche entstehen und, wenn ja, welche?
3. Inwiefern hat das Land Niedersachsen über die Niedersächsischen Landesforsten bereits eigene Maßnahmen ergriffen, die geeignet sind, eine Verschlechterung der ökologischen Situation zu verhindern und, wenn ja, welche?
4. Gibt es konkrete Absprachen mit den beiden zuständigen Naturschutzbehörden, wie der der-zeitige Zustand der Ahlhorner Fischteiche verbessert werden kann, und wie sehen diese aus?
5. Inwieweit hält die Niedersächsische Landesregierung die Unterschutzstellung von bestimmten Landschaftsteilen an der Lethe für eine geeignete Maßnahme, um die massive Nährstoffbelastung in den Ahlhorner Fischteichen zu reduzieren, und, wenn nicht, welche Maßnahme ist dann aus der Sicht der Landesregierung geeigneter?
6. Welche Institution trifft verbindlich eine Entscheidung bei kreisübergreifenden Naturschutz- und FFH-Gebieten, wenn, wie in diesem Fall, die beteiligten Landkreise zu einer unterschiedlichen Bewertung der notwendigen Maßnahmen kommen?
7. Gibt es seitens der Niedersächsischen Landesregierung über die Niedersächsischen Landes-forsten Vereinbarungen mit dem OOWV im Hinblick auf die Grundwasserentnahme mit dem Ziel, Beeinträchtigungen für die Teichwirtschaft zukünftig zu vermeiden und, wenn ja, welche?
8. Wird sich die Niedersächsische Landesregierung über die Niedersächsischen Landesforsten dafür einsetzen, dass der OOWV Trinkwasserlieferungen an die Staatliche Teichwirtschaft zum Zwecke der Aufrechterhaltung des Betriebes ohne Kostenberechnung vornehmen wird?

Antwort der Landesregierung

Die Teichwirtschaft Ahlhorn (Teichwirtschaft) steht im Eigentum der Anstalt Niedersächsische Landesforsten (NLF) und wird bewirtschaftet durch das Niedersächsische Forstamt Ahlhorn (NFA); sie liegt in der Naturräumlichen Region Ems-Hunte-Geest und Dümmer-Geestniederung. Die Einrichtung der Teichwirtschaft am Ende des 19. Jahrhunderts war nur möglich durch die hügelige Landschaftsstruktur mit quelligen, feuchten Senken in der Letheniederung und vor allem durch den Zufluss der Lethe nebst seinerzeit im Wesentlichen noch unregulierter Nebenbäche. Die Gesamtentwicklung dieser Anlage hin zu einer einzigartigen Naturlandschaft mit reichem naturnahen Amphibienvorkommen und einem Brutvogelgebiet von herausragender Bedeutung führte zu Unterschutzstellung verschiedenster Ausrichtungen, welche sich teilweise räumlich überlagern.

Naturschutzgebiet NSG WE 216 „Ahlhorner Fischteiche“ 1993

FFH-Gebiet NI Nr. 012 „Ahlhorner Fischteiche, Lethe“ 1999, erweitert 2005

Selbstbindung der NLF Naturwald Nr. 131 „Ahlhorner Fischteiche“ Pflege- u. Entwicklungsplan zum o. g. NSG; NFA Denkmalschutz Kulturdenkmal (KD) 1993.

Bereits ab 1915 entwickelte sich ein deutlicher und klassischer Zielkonflikt:

Wasserhaltung für die Teichwirtschaft einerseits sowie Kultivierung (Entwässerung) der Kleinmoore und Feuchtwiesen am Oberlauf der Lethe für die landwirtschaftlichen Flächen des damaligen Staatsgutes Lethe andererseits.

Situationsverschärfend aus teichwirtschaftlicher wie auch aus gesamtökologischer Sicht waren in den folgenden Jahrzehnten vorrangig die umfangreiche, ab 1975 bedarfsbedingt stark steigende, Trinkwasserförderung im dortigen Grundwassereinzugsgebiet durch den Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV). Im unmittelbaren Einzugsbereich der Lethe und der Ahlhorner Teiche werden 27 Wassergewinnungsanlagen (Brunnen) betrieben. Daneben aber auch die Beregnung, Düngung und die Pflanzenschutzmaßnahmen in der zunehmend spezialisierten Landwirtschaft im Bereich des oberen Lethetales.

Alle herkömmlichen Wasserrückhaltungen (Staustufen), das bis Juli 2008 gelaufene EU-Projekt „Farmers for Nature“, zahlreiche Initiativen von Naturschutzverbänden und, in besonderen Krisenzeiten, eine Rohwasserzuführung aus den Brunnen der OOWV konnten die negativen Auswirkungen des Grundwassermangels und des Nährstoffeintrages nicht verhindern. Von der NLF als Eigentümerin allein ist dieser Zielkonflikt um die extensive Teichwirtschaft nicht zu lösen; vielmehr ist zu versuchen, mit allen Beteiligten eine Lösung herbeizuführen. Dieses vorausgeschickt, beantworte ich die Kleine Anfrage namens der Landesregierung wie folgt:

Zu 1: Der durch das Niedersächsische Forstplanungsamt erstellte, im Entwurf vorliegende und mit den zuständigen Landkreisen Cloppenburg und Oldenburg noch abzustimmende Erhaltungs- und Entwicklungsplan (EEPL) bezieht sich nur auf das Teilgebiet „Ahlhorner Fischteiche“ des FFH-Gebietes NI - Nr. 12. Da der Bereich des Oberlaufes der Lethe nicht unter Schutz steht, sehen die behördlichen Vorgaben auch die Erstellung eines Erhaltungs- und Entwicklungsplanes für diesen Bereich nicht vor. Grund der Ausweisung der Ahlhorner Fischteiche als besonders wertvoller Teil des FFH-Gebietes Nr. 12 war seinerzeit in erster Linie die sich im Zuge der extensiven und traditionell betriebenen Fischzucht einstellenden Teichboden- und Strandlingsfluren mit ihren sehr speziellen Vegetationsgesellschaften und zum Teil vom Aussterben bedrohten Arten sowie der in den Teichen vermehrt vorkommenden Schwanz- und Froschlurche.

Schon damals wiesen die Stillgewässer der Ahlhorner Fischteiche nur punktuell (- standortgemäß -) ein mittleres Nährstoffangebot (mesotroph) auf; die weitaus meisten Bereiche waren zeitweise als nährstoffreich (eutroph) zu bewerten.

Nach den für den Erhalt und die weitere Entwicklung des Gebietes vorgeschlagenen Maßnahmen ist die extensive und traditionelle Wirtschaftsweise fortzuführen, da diese in mehr als 100 Jahren zu dieser artenreichen Ausprägung des Gebietes geführt hat.
Betriebsintern versucht die Teichwirtschaftsverwaltung auf die jahreszeitlich unterschiedlichen Wasserstandsmängel zu reagieren.

Zu 2: Einem möglicherweise bestehenden „massiven Nährstoffzufluss“ von außerhalb kann auch nur durch Maßnahmen „von außerhalb“ begegnet werden. Konkrete Maßnahmen finden sich hierzu deshalb nicht im Entwurf des Erhaltungs- und Entwicklungsplans.

Zu 3: 1999: Errichtung eines kleines Pumpwerkes am nordwestlichen Auslauf der Lethe aus dem Schutzgebiet; Ziel: Rückführung von Lethewasser zum Ausgleich temporären akuten Wassermangels in den Teichen besonders in niederschlagsarmen Zeiten, um den Erhalt wertvoller Teichbodenfluren zu ermöglichen. Parallel begegnete man dadurch der Lebensraumeinschränkung einer Vielzahl von Amphibienarten, verursacht durch die natürliche Sukzession (Bewaldung). Die damalige Landesforstverwaltung wandte seinerzeit erhebliche finanzielle Mittel (ca. 400 000 DM) zur Kofinanzierung dieses ebenfalls durch die EU geförderten Projektes auf. In Zeiten geringen Niederschlages musste die Wasserrückführung jährlich kontinuierlich gesteigert werden; im Zeitraum 2000 bis 2009 von ca. 350 000 cbm auf ca. 900 000 cbm Wasser. Flankierend wurde die Aufzucht von Speisefischen in einigen Teichen ganz eingestellt und diese nur noch zum Erhalt der Amphibienarten mit geringeren Wassermengen befüllt.

Bereits in der Vergangenheit trockengefallene Teiche wurden durch entsprechende Pflegemaß-nahmen von sich natürlich entwickelndem Baumbewuchs befreit, um so die Verdunstung möglichst gering zu halten.

Darüber hinaus wurde dem Vorschlag des Naturschutzes nach stellenweise offeneren (baumfreien) Uferzonen der Teiche im Hinblick auf die für Amphibien wichtige Sonnenexposition, die Fluchtdistanzen von Wasservögeln und den Wasserchemismus (stärkere Bewindung nährstoffarmer Stillgewässer) durch entsprechende Pflegeeingriffe gefolgt. Gleiches gilt für die Erhaltung und Förderung unterschiedlicher Pionier- und Sukzessionsstadien der Vegetation auf semiaquatischen bzw. semiterrestrischen Teichböden an den Ufer- und Flachwasserzonen der Teiche und Talsperren.

Auch einer gewünschten stärkeren Besucherlenkung wurde durch das Modellprojekt „Naturerlebnis Ahlhorner Fischteiche und Urwald Baumweg“ entsprochen sowie durch ein vermehrtes Angebot von Führungen unter fachlicher Leitung.

Zu 4: Zwischen dem NFA und den zuständigen Landkreisen gibt es konkrete Absprachen hinsichtlich der Minimierung der massiven Störungen durch Kormorane und Graureiher sowie hinsichtlich gemeinsam erarbeiteter Pläne und Maßnahmen zur Besucherlenkung (siehe auch 3.).

In diesem Zusammenhang ist erneut das in den Jahren von 2004 bis 2008 zu der Problematik des Oberlaufs der Lethe unter Federführung des OOWV und der Landwirtschaftskammer Weser-Ems im Rahmen des eingangs genannten EU-Interreg IIB-Projekts „Farmers for Nature“ ein Teilprojekt „Renaturierung der Lethe-Quelle“ zu nennen. So sollten die unterschiedlichen Interessen der Landwirtschaft, des Naturschutzes und der Teich- und Wasserwirtschaft geklärt und zu einer Verbesserung der Situation der Lethe geführt werden. Das Ergebnis beschränkte sich aber wegen der konträren Interessen und Ergebnisse auf einige technische Maßnahmen am Bachlauf.

Konkrete Absprachen zu der Frage, wie der derzeitige Zustand der Ahlhorner Fischteiche speziell hinsichtlich der Nährstoffbelastung sowie der Wasserspende der Lethe verbessert werden kann, sind nicht bekannt.

Zu 5: Die Möglichkeit, bestimmte Landschaftsteile auf Basis des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes (NNatG) durch Ausweisung z. B. eines Naturschutzgebietes unter hoheitlichen Schutz zu stellen, setzt eine Schutzbedürftigkeit und die Schutzwürdigkeit der unter Schutz zu stellenden Fläche vor-aus. Sind Schutzbedürftigkeit und -würdigkeit nicht gegeben, fehlt die Grundlage für ein entsprechendes hoheitliches Handeln und die damit gegebenenfalls auch verbundene Einschränkung der Rechte Dritter. Das gilt auch nach den ab dem 1. März 2010 maßgeblichen Vorschriften des (neu-en) Bundesnaturschutzgesetzes.

Im Ausweisungsverfahren zum NSG WE 216 im Jahr 1993 bei der damals zuständigen Bezirksregierung Weser-Ems wurde die Überlegung, die Oberläufe der Lethe mit in das Naturschutzgebiet einzubeziehen, verworfen.

Im November 2008 begehrte die Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems e. V. (BSH) bei der zuständigen unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Landkreises (LK) Cloppenburg, die Niederung der Oberen Lethe, die südlich an das Naturschutz- und FFH-Gebiet Ahlhorner Fischteiche grenzt, einschließlich Nebengewässern von der Feldmühle bis zum Quellgebiet als Naturschutzgebiet unter Schutz zu stellen. Dieses Petitum wurde, soweit es den LK Cloppenburg betrifft, durch die zuständige Behörde geprüft und abgelehnt. Begründung: Die in Rede stehenden Flächen weisen nicht die entsprechende Schutzwürdigkeit und -bedürftigkeit für eine „eigenständige“ Unterschutzstellung auf. Insoweit ist die „eigenständige“ Unterschutzstellung von bestimmten Land-schaftsteilen an der Lethe, soweit es den LK Cloppenburg betrifft, aus rechtlicher Sicht nicht möglich, um die Nährstoffbelastung in den Ahlhorner Fischteichen zu reduzieren.

Zeitgleich wurde im November 2008 durch die BSH bei der zuständigen UNB des LK Oldenburg der Antrag gestellt, vom Umfang her kleinere Flächen als im LK Cloppenburg am Verlauf der Lethe unter Naturschutz zu stellen. Das fragliche Gebiet ist im Landschaftsrahmenplan des LK Oldenburg von der Bundesautobahn A 29 bis etwa zum Gut Lethe als „Schutzbedürftig als Naturschutzgebiet in einem vorhandenen Landschaftsschutzgebiet“ und im weiteren Verlauf bis zum Letheweg als „Schutzwürdig als Landschaftsschutzgebiet“ ausgewiesen. Seitens des LK Oldenburg ist die grundsätzliche Bereitschaft zu einer Unterschutzstellung gegeben.

Vor dem Hintergrund der durch die Landkreise vorgenommenen Bewertung der in Rede stehenden Flächen kommt das Niedersächsische Ministerium für Umwelt und Klimaschutz (MU) zu folgender Einschätzung: Die „eigenständige“, zusammenhängende und Kreisgrenzen übergreifende Unterschutzstellung von Landschaftsteilen an der Lethe als Naturschutzgebiet ist aus rechtlicher Sicht kein geeignetes Mittel, um die Nährstoffbelastung in den Ahlhorner Fischteichen zu reduzieren.

Unabhängig hiervon eröffnet das Niedersächsische Naturschutzgesetz (ab dem 1. März 2010 das [neue] Bundesnaturschutzgesetz) die Möglichkeit, Handlungen hoheitlich in der Schutzgebietsverordnung zu regeln, die von außen in das durch Verordnung geschützte Naturschutzgebiet hinein-wirken. Dies setzt voraus, dass die Handlungen belegbar dem in der Schutzgebietsverordnung festgelegten Schutzzweck zuwiderlaufen und sich nachteilig auf diesen auswirken. Entsprechende Handlungsmöglichkeiten wurden durch die untere Naturschutzbehörde des LK Cloppenburg geprüft und verworfen.

Möglicher Ansatzpunkt zur Reduzierung der Nährstoffbelastung der Ahlhorner Fischteiche wäre der Abschluss entsprechender freiwilliger Vereinbarungen mit den örtlichen Landwirten sowie eine Überprüfung der Optimierungsmöglichkeiten der Teichwirtschaft.

Nach Kenntnis des MU sollen zwischen den Landkreisen weitere Gespräche geführt werden, um die Problematik zu lösen. Danach soll nach Auskunft des Landkreises Oldenburg versucht werden, alle Akteure, insbesondere auch den OOWV und die Vertreter der Landwirtschaft, zu einem Forum zusammenzuführen.

Zu 6: Für eine Änderung oder Aufhebung von bereits bestehenden Kreisgrenzen übergreifenden Naturschutzgebieten ist der gemäß § 55 Abs. 3 NNatG ergangene Erlass des MU „Zuständige Behörden für die Änderung oder Aufhebung von Naturschutzgebietsverordnungen“ maßgeblich. Danach ist die UNB des LK Oldenburg im Einvernehmen mit dem LK Cloppenburg für die Änderung oder Aufhebung einer Kreisgrenzen überschreitenden Naturschutzgebietsverordnung zuständig. Für den Er-lass eines neuen, weiteren Kreisgrenzen übergreifenden Naturschutzgebietes kann die Zuständigkeit durch das MU auf eine der betroffenen unteren Naturschutzbehörden übertragen werden (§ 55 Abs. 3 NNatG, ab 1. März 2010: § 32 Abs. 2 NAGBNatSchG).

zu 7: NLF und OOWV vereinbarten 2007 schriftlich, in Trockenzeiten die notwendige Rohwasserentnahme der NLF aus einer durch die Forellenteichanlagen geführte Rohwasserleitung zu ermöglichen. Dafür zahlt die NLF eine akzeptable jährliche Pauschale in Höhe von 250 Euro unabhängig von der zurückgeführten Wassermenge und führt auf Wunsch des OOWV einen Entnahmenachweis über ein Durchflussmessgerät (Wasseruhr). Diese Kooperative soll einvernehmlich fortgeführt werden.

Zu 8: Der Anregung diesbezüglicher Gespräche zwischen NFA und OOWV bedarf es nicht; auf 7. wird verwiesen. Trinkwasserlieferungen sind als nicht zielführend zu bewerten.