Modellprojekt Brückenjahr läuft aus – Wie wird die vom Niedersächsischen Kultusministerium angekündigte Weiterführung der Beratungsteams finanziert?

Mündliche Anfrage der Abgeordneten Renate Geuter (SPD) vom April 2011

Mit Antwort der Landesregierung

Seit vier Jahren gibt es das Modellprojekt „Brückenjahr“ in Niedersachsen mit dem Ziel, den Kindern den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule zu erleichtern. Die Projekte sind jeweils von zweiköpfigen Betreuungsteams fachlich begleitet worden. Die Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung der Zusammenarbeit von Kindertagesstätten und Grundschulen vom 30.04.2007 (Brückenjahr) sieht eine Befristung dieses Projektes bis zum 31.07.2011 vor, im laufenden Haushalt sind für diese Beratungsteams ebenfalls Mittel für den Zeitraum bis Mitte 2011 ausgewiesen.

Nachdem es in der Öffentlichkeit zu erheblicher Kritik an der Beendigung der Arbeit der betreuenden Beratungsteams gekommen war, erklärte das Niedersächsische Kultusministerium auf Anfrage einer Regionalzeitung (Oldenburgische Volkszeitung) vor wenigen Tagen, dass die Beratungsteams im sogenannten Brückenjahr bestehen bleiben werden. Es gehe darum, die Beratungs- und Qualifikationsstrukturen des Brückenjahres in ihrer derzeitigen Tandemform als eine dauerhaft angelegte Fachberatung zu erhalten.

Vor diesem Hintergrund frage ich die Landesregierung:

1. Wie soll die vom Niedersächsischen Kultusministerium angekündigte Fortführung der Beratungsteams in Tandemform des bisherigen Projektes „Brückenjahr“ nach dem 31.07.2011 konkret durchgeführt werden?

2. In welchem Umfang sind für diese angekündigten Folgemaßnahmen Haushaltsmittel vorgesehen und aus welcher Haushaltsstelle werden diese finanziert?

3. In welcher Form und unter welchen Voraussetzungen haben Grundschulen und Kindergärten, die sich bisher noch nicht am Projekt Brückenjahr beteiligt haben, die Möglichkeit, zukünftig ebenfalls an einem derartigen Beratungs- und Unterstützungsangebot teilzunehmen?
 

Antwort der Landesregierung

Das Modellprojekt „Brückenjahr“ läuft zum 31.7.2011 aus. Seit 2007 wurde mit jährlich 5 Mio. Euro die Zusammenarbeit von Kindergarten und Grundschulen im Rahmen von über 500 Modellprojekten gefördert. Landesweit haben 48 Beratungsteams die Modellprojekte begleitet, regionale Konzepte für die Gestaltung des Übergangs zwischen Kindergarten und Grundschule auf den Weg gebracht und Qualifizierungsangebote für Fachkräfte aus Kindergarten und Grundschule organisiert.

Eine multiprofessionelle Förderung aller Kinder im letzten Jahr vor der Einschulung, die damit verbundene enge Kooperation von Fachkräften in Kindergärten und Grundschulen sowie die Gestaltung eines fließenden Übergangs sind wichtige bildungspolitische Zielsetzungen. Deshalb soll die Zusammenarbeit fortgesetzt werden und auch eine Entsprechung in der organisatorischen Ausgestaltung finden.

Aufgrund der positiven Erfahrungen mit den Kooperationen im Bereich des Brückenjahrs beabsichtigt die Landesregierung, eine Verstetigung dieser Angebote herbeizuführen.

Dies vorausgeschickt, beantworte ich namens der Landesregierung die Fragen im Einzelnen wie folgt:

Zu 1.: Im Anschluss an das Modellprojekt „Brückenjahr“ sollen im Schuljahr 2011/2012 die Beratungs- und Qualifizierungsstrukturen für die Zusammenarbeit von Kindergarten und Grundschule weiter entwickelt werden. Ab dem Schuljahr 2012/2013 ist geplant, eine landesweite Beratungsstruktur dauerhaft zu etablieren.

So wird die Landesregierung über das Modellprojekt „Brückenjahr“ hinaus die inhaltliche Ausgestaltung der Arbeit im Brückenjahr – auch mit neuen Schwerpunktsetzungen – weiterentwickeln. Dies schließt die Erarbeitung von neuen Kooperationsstrukturen mit Fortbildungsträgern sowie die Konsolidierung und den Ausbau regionaler Netzwerkstrukturen für die Übergangsgestaltung ein.

Zu 2.: Für die skizzierten Maßnahmen stehen weiterhin 250 Lehrerstunden für die Lehrkräfte in den Beratungsteams zur Verfügung. Diese Anrechnungsstunden sind im Kapitel 0710 bei Titel 422 11 veranschlagt. Die Finanzierung der Tandempartner aus den Tageseinrichtungen für Kinder erfolgt über die zusätzlichen 800.000 €, die durch den Landtag einmalig für das Haushaltsjahr 2011 zur Verfügung gestellt wurden. Diese stehen im Kapitel 0774 zur Verfügung und sind bei vertraglicher Bindung im Jahre 2011 bis Ende 2012 verfügbar.

Zu 3.: Beratungsteams stehen auch weiterhin allen Grundschulen und Tageseinrichtungen für Kinder zur Verfügung, um den Übergang zur Grundschule wirkungsvoll zu gestalten. Das umfasst Angebote der Beratung (insbesondere Sprachförderung) und Fortbildung.