EU-rechtliche Ziele zum Grundwasserschutz wurden mit bisherigen rechtlichen Regelungen nicht erreicht – Mit welchen Maßnahmen will die Landesregierung verhindern, dass auch eine bedarfsgerechte Düngung im Mais zu weiteren Grundwasserbelastungen führt?
- mit Antwort der Landesregierung

Anfrage der Abgeordneten Renate Geuter (SPD) vom Oktober 2012

Immer wieder haben gerade auch in den letzten Wochen und Monaten die Vertreter der Wasserversorger ihre Sorge vor einem weiteren Anstieg der Nitratwerte im Grundwasser deutlich gemacht. Obwohl es in den Jahren 2001 bis 2006 gelungen ist, durch Maßnahmen des Wasserschutzes die Nitratkonzentration im oberflächennahen Grundwasser zu reduzieren, steigen seit 20065 die Werte wieder deutlich an. Als Gründe dafür werden auch die weitere Ausweitung der Maisflächen (auch in Wasserschutzge-bieten) und eine abnehmende finanzielle Attraktivität von freiwilligen Ver-einbarungen genannt.

Der Vertreter des OOWV mahnte beim Feldtag „Landwirtschaft und Was-serschutz“ im September diesen Jahres dringend an, die Frage zu klären, ob bedarfsgerechte Düngung im Mais, die ordnungsgemäße Landwirt-schaft definiert, das Grundwasser belasten darf. Nach eigenen Untersu-chungen des Niedersächsischen Landesbergamtes, die im Rahmen dieser Veranstaltung vorgestellt wurden, führt selbst eine den derzeitigen Regeln entsprechende N-Düngung beim Mais bis zum Sollwert zu einem deutlichen Anstieg der Nitratkonzentrationen

Eine Reduzierung der Stickstoffdüngung beim Maisanbau wird daher als eine besonders effektive Strategie zur Senkung von Nitratbelastungen im Grundwasser angesehen. Allerdings müssen Landwirte, die diesem Wunsch nach einer reduzierten Stickstoffdüngung Folge leisten, mit – wenn auch geringen – Ertragsverlusten rechnen.

Vor diesem Hintergrund frage ich die Landesregierung:

1. Sieht die Landesregierung vor dem Hintergrund der Untersuchun-gen des Landesbergamtes die Notwendigkeit, die Vorgaben der bedarfsgerechten Stickstoffdüngung beim Maisanbau zu verändern bzw. verändern zu lassen und, wenn nein, warum nicht?

2. Wie müssen die Vorgaben für eine bedarfsgerechte Stickstoffdün-gung bei Mais nach Ansicht der Landesregierung gestaltet sein, damit es zukünftig nicht - trotz Einhaltung der Regeln – zu einer weiteren Belastung des Grundwassers kommt.

3. Plant die Landesregierung eine Verbesserung der derzeitigen frei-willigen Vereinbarungen zum Grundwasserschutz zur Verbesserung der Attraktivität dieser Maßnahme und, wenn ja, wie soll diese gestaltet sein?

Verfügbare Downloads Format Größe
Antwort der Landesregierung PDF 10 KB