Verstärkte Werbung für den zukunftssicheren Pflegeberuf

Renate Geuter und Axel Brammer
 

SPD-Senioren fordern: Ausbildungsplatzumlage soll wieder eingeführt werden.

An den guten Ausbildungsmöglichkeiten, der Berufsbildenden Schulen (BBS) in Wildeshausen, liegt es aber nicht, dass auch die Pflegeeinrichtungen im Landkreis Oldenburg über den Mangel an Fachkräften klagen. Das wurde bei einem Informationsgespräch in der BBS Wildeshausen deutlich, um das SPD-Kreistagsabgeordneter Franz Duin und die beiden Landtagsabgeordneten Renate Geuter und Axel Brammer gebeten hatten.

 

Geuter erklärte, dass in Niedersachsen bis 2020 über 6.500 Pflegekräfte fehlen werden.

Gerhard Albers, Schulleiter der BBS, und seine Stellvertreterin Tanja Schlotmann, berichteten über ihr positiven Erfahrung und die damit verbundenen guten Ergebnisse der seit 1996 bestehenden dreijährigen Berufsfachschule Altenpflege, die zum anerkannten Berufsabschluss „Staatlich geprüfte/r Altenpflegerin/Altenpfleger“ führt. Die Aufnahmekapazität könne noch gesteigert werden und Umschulungen würden durch die Agentur für Arbeit gefördert, erklärte Albers.

Für den Besuch muss kein Schulgeld gezahlt werden. Da die Ausbildung im Dualen System (Ausbildungseinrichtung und Berufsschule) erfolgt, müssen neben dem Angebot der Schule auch genügend betriebliche Ausbildungsplätze vorhanden sein. Obwohl zwischen BBS und Ausbildungseinrichtungen eine intensive und gute vertrauensvolle Zusammenarbeit besteht, gibt es beim Platzangebot der Betriebe eine gewisse Zurückhaltung. Denn, wer ausbildet zahlt Ausbildungsvergütung, ist teurer und hat damit Nachteile im Wettbewerb. Deshalb fordern viele Pflegeheime die Wiedereinführung der Ausbildungsplatzumlage, die vor 15 Jahren wegen Klage vor dem Bundesverfassungsgericht ausgesetzt wurde. Obwohl 2003 festgestellt wurde, dass sie verfassungskonform ist, lehnte schwarz-gelb seinerzeit die Wiedereinführung ab. SPD und Grüne wollen das seit Regierungsbeginn ändern. Ein dafür erforderliches Gutachten, das einen bestehenden Mangel nachweist, liegt nach Aussage von Renate Geuter bereits vor: „Der Gesetzentwurf befindet sich in der Verbändeanhörung. Es besteht die feste Absicht, dass das Gesetz Anfang 2016 in Kraft tritt.“ 

Der Pflegeberuf müsse aber auch durch bessere Bezahlung interessanter gemacht werden, forderte Axel Brammer: „Die Heimbetreiber sollten endlich eine Tarifgemeinschaft bilden und mit den Gewerkschaften einen zukunftsweisenden Tarifvertrag abschließen. Dann erklärt ihn das Sozialministerium auch als allgemeinverbindlich. Das schafft Tarifsicherheit für alle Einrichtungen. Dann bestimmt endlich Qualität den Wettbewerb und nicht Lohndumping.“ 

Beim Fachgespräch in der BBS

Im Fachgespräch in der Berufsschule Wildeshausen: (von links) Kreistagsabgeordneter Franz Duin, Leiter der BBS Gerhard Albers, seine Stellvertreterin Tanja Schlotmann, die Landtagsabgeordneten Renate Geuter und Axel Brammer.

 
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