Nutztierrisse in Goldenstedt

 

Antwort an Herrn Dr. Siemer betreffend die Konsequenzen aus den letzten Nutztierrissen in Goldenstedt falls der Wolf als möglicher Verursacher festgestellt wird.

Ihr Schreiben vom 25.11. 2015, das Sie an alle Kollegen aus Weser-Ems und Diepholz gesandt haben, werde ich auch für meine Fraktionskolleginnen und –kollegen beantworten.

Ich halte es in der Sache nicht unbedingt für hilfreich, die Diskussionen aus dem Plenum auf diese Art und Weise fortzuführen, möchte aber auch  einen möglichen Vorwurf vermeiden, mich einer Diskussion zu diesem sensiblen Thema nicht stellen zu wollen.  Auch liegen mir die Sorgen, die es in Goldenstedt und in der Region im Zusammenhang mit der Rückkehr des Wolfes in unsere Kulturlandschaft  gibt, sehr am Herzen.

Der Europäische Wolf ist nach europäischem und nationalem Artenschutz streng geschützt. Auch in  Niedersachsen stellt uns der kontinuierlich zu verzeichnende Anstieg des Wolfsbestandes vor große Herausforderungen. Es zeigt sich inzwischen, dass Wölfe  auch mit der in Niedersachsen vorhandenen Kulturlandschaft gut zu Recht kommen, mit der Folge, dass es zu Konflikten wie z.B. durch Übergriffe auf Nutztiere kommt.

Besonders ernst nehme ich daher die Probleme der Schafhalter, die für unseren Natur- und Landschaftsschutz wichtige Aufgaben übernehmen.

Ich halte es für richtig und wichtig,  dass das Land  Niedersachsen sowohl einen monetären Schadensausgleich nach Rissen übernimmt als auch Präventionsmassnahmen zum Herdenschutz finanziell unterstützt.  Zum Schutz vor Übergriffen des Wolfes ist ein konsequenter und seriöser Herdenschutz unumgänglich. Es gibt für mich aber dort Grenzen, wo eine wirtschaftliche Existenzgrundlage für Schafhalter nicht mehr gegeben ist.

Wenn es sich jetzt verbindlich bestätigt, dass ein „auffälliger“ Wolf für die Übergriffe auf durch Zäune geschützte Schafherden in Goldenstedt und in der Region verantwortlich ist, teile ich (teilen wir) die Auffassung unseres Kollegen Bosse, dass ein entschlossenes Handeln des Nds. Umweltministeriums unter Inanspruchnahme aller rechtlichen Möglichkeiten geboten ist. Eine Option ist dabei für mich auch die zeitnahe Entnahme des Tieres. Dies werden meine Kolleginnen und Kollegen auch gegenüber dem Nds. Umweltminister deutlich machen.

Das geltende Recht gibt die Möglichkeit, bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen einzelne Individuen zum Erhalt der Akzeptanz der Bevölkerung aus der Natur zu entnehmen.  Ich bin der Überzeugung, dass auch unter Berücksichtigung der Verpflichtungen des Naturschutzes  eine derartige Entnahme dazu beitragen kann, wieder  zu einer sachlicheren Diskussion um die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Rückkehr des Wolfes zu kommen.

Ich gehe davon aus, dass ich mit diesem Brief meine Auffassung und die meiner Kolleginnen und Kollegen umfassend dargestellt habe. Aufgrund der komplexen und sensiblen Thematik sehe ich davon ab, selektive Fragen Ihres Briefes zu beantworten , die uns bei der Bewältigung der aktuellen Situation nicht weiterhelfen würden.

Mit freundlichen Grüßen
Renate Geuter

 
    Landwirtschaft     Niedersachsen     Umwelt und Nachhaltigkeit
 

 


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