Abholzaktion im Hasbruch

Montag, 31. Oktober 2005

In den letzten Tagen wurde bekannt, dass die Niedersächsischen Landesforsten beabsichtigen, im Hasbruch im größeren Umfang alte Eichen im Alter von 150 bis 180 Jahren zu fällen, um mit dem Verkauf des Eichenholzes nicht zuletzt auch das Wirtschaftsergebnis der Niedersächsischen Landesforsten zu verbessern.

Mit dieser Aktion würde bestätigt, was die SPD-Landtagsfraktion bei der Einrichtung einer Anstalt Niedersächsische Landesforsten immer befürchtet hat: die Naturschätze Niedersachsens werden der so genannten „schwarzen 0“ geopfert.

Der Hasbruch gehört zu den acht größten „Historisch alten Wäldern“ des Norddeutschen Flachlandes. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die geplante Aktion in der Region große Besorgnis ausgelöst hat. Auch wenn von der Forstverwaltung mit dem Hinweis auf die Einhaltung der Ziele der „Langfristigen Waldentwicklung (Löwe)“ zunächst der Versuch der Beschwichtigung unternommen wurde, so bleibt doch die Tatsache bestehen, dass die für die nächsten Wochen geplante Eichenfällaktion deutlich umfangreicher sein wird als in den vergangenen Jahren.

Vor diesem Hindergrund fragen wir die Landesregierung:

1. Wie viele Eichen sollen bei dem jetzt geplanten Holzschlag im Hasbruch gefällt werden, sind bereits jetzt weitergehende Holzschlagaktionen für die Folgejahren geplant und welche Einnahmen kalkuliert die Landesforstverwaltung als Erlös aus der Veräußerung des Eichenholzes?

2. In welchem Umfang sind die betroffenen kommunalen Gebietskörperschaften vor Ort bisher über die geplanten Maßnahmen informiert worden und wie weit sind bei der Entscheidung über die Abholzungsaktion die zuständigen Naturschutzbehörden beteiligt worden?

3. „Entstehende Lücken würden zur Begründung der neuen Waldgeneration genutzt“ so die Aussagen des zuständigen Forstamtsmitarbeiters. Ist aus dieser Aussage zu schließen, dass im Rahmen der Neuanpflanzungen eine Umstrukturierung des bisherigen Waldgebietes mit dem Ziel beabsichtigt ist, durch Veränderungen bei der Anpflanzung von Laubhölzern zukünftig zu einem niedrigeren Pflegeaufwand zu kommen?