Mai 2008

Kleine Anfrage zur mündlichen Beantwortung

Wieder nur eingeschränkte Funktionsfähigkeit der Thülsfelder Talsperre beim Hochwasserschutz – Erfolgt jetzt die Sanierung der Sanierung?

Die zwischen 1924 und 1927 entstandene Thülsfelder Talsperre dient in erster Linie der Sicherstellung des Hochwasserschutzes für unterhalb gelegene Orte. Sie übernimmt auch wesentliche Funktionen im Bereich des Naturschutzes und der Naherholung.

Die Thülsfelder Talsperre wurde in den letzten Jahren umfangreich saniert, weil sie nicht mehr dem Stand der Technik und den Sicherheitsanforderungen entsprach. Die Standsicherheit der in den 20er Jahren in unverdichteter Bauweise unzureichend errichteten Dämme sei auch wegen der extrem lockeren Bodenlagerung nicht mehr gegeben, dadurch könne der mögliche Stauraum nicht mehr ausgeschöpft werden, begründete das NLWKN die vorgenommene Baumaßnahme. Es ergänzte in diesem Zusammenhang, dass ein Schwerpunkt der Hochwasserschutzmaßnahmen die Sanierung und der Neubau des östlichen und westlichen Hauptdammes der Talsperre sein werde.

Etwa ein Jahr nach dem offiziellen Abschluss der Bauarbeiten waren bereits wieder Notmaßnahmen (Absenkung des Wasserstandes) erforderlich, um die Funktionsfähigkeit der Hochwasserschutzanlage kontrollieren zu können. “Der gerade erst erneuerte Boden des Talsperrendammes ist löchrig wie ein Schweizer Käse. Festgestellt wurden ungewöhnliche Grundwasseraustritte direkt unterhalb der Thülsfelder Talsperre und an den Fugen im Anschlussbereich der Betonsohle des Auslaufbauwerkes“, stellte die örtliche Presse im Oktober 2007 fest. „Ursache des Wasseraustrittes ist der große Unterschied zwischen den Wasserständen in der Talsperre einerseits und der unterhalb gelegenen Soeste andererseits“, so das NLWKN. Diese Differenz führe dazu, dass das Wasser durch den sandigen Dammgrund sickere und am tiefsten Punkt austrete. Durch das stark eisenhaltige Grundwasser seien die Drainageleitungen verstopft und funktionierten nicht mehr hundertprozentig, so das NLWKN. Auch wenn einige Monate nach den Notmaßnahmen der Wasserstand der Talsperre wieder auf den jahreszeitlich üblichen Stand gebracht wurde, ist bis heute die Schadensursache nicht offiziell geklärt bzw. bekannt.

Es wurden nun vom Land Niedersachsen im Jahre 2008 erneut 350.000 Euro bereitgestellt als Teilmaßnahme im Bereich „Hochwasserschutz im Binnenland“, obwohl die Sanierungsmaßnahme haushaltsmäßig im Jahre 2006 zum Abschluss gebracht worden ist.


Vor diesem Hintergrund frage ich die Landesregierung.

1.Welche Ursachen gibt es für die mangelnde Funktionsfähigkeit der Thülsfelder Talsperre Ende 2007 und wer trägt dafür die Verantwortung?

2. Welche der seinerzeit angeführten Gründe (Unterschied zwischen den Wasserständen, sandiger Dammgrund, eisenhaltiges Wasser) waren während der Sanierungsmaßnahmen bis 2006 nicht bekannt?

3. Ist mit dem jetzt zugewiesenen Betrag von 350.000 Euro eine Sanierung der Sanierung beabsichtigt oder für welche Maßnahmen soll diese Summe verwandt werden?