17. März 2009

Kleine Anfrage zur mündlichen Beantwortung gemäß der GO

Getrennte Anmeldetermine beim Gymnasium – Abschreckungsmanöver für unerwünschte Schülerinnen und Schüler?

Das staatliche Gymnasium in Cloppenburg hat in diesem Jahr – so wurde es in der Presse bekanntgegeben – den Anmeldetermin der Schülerinnen und Schüler für die zukünftige Klasse fünf schon für Mitte Februar vorgesehen und auch durchgeführt. Angemeldet werden konnten zu diesem Termin allerdings lediglich die Schülerinnen und Schüler, die zu diesem Zeitpunkt eine Empfehlung für das Gymnasium (Trendmeldung) vorweisen konnten. Für die „übrigen“ Schülerinnen und Schüler ist ein Anmeldetermin im Juni vorgesehen.

Diese Vorgehensweise ist offensichtlich der Tatsache geschuldet, dass das zweite Gymnasium in Cloppenburg in kirchlicher Trägerschaft regelmäßig Anmeldetermine festsetzt, die zeitlich deutlich vor denen der staatlichen Gymnasium liegen.

Dieses Anmeldeverfahren, das auf zur Zeit noch nicht endgültigen Schullaufbahnempfehlungen beruht, hat zu Verunsicherungen und Irritationen bei Schülern und deren Eltern geführt. Schülerinnen und Schüler, die jetzt noch nicht angemeldet werden konnten, erkennen sehr deutlich, dass sie auf dem Gymnasium eigentlich gar nicht erwünscht sind. Auch den Eltern wird mit dieser
Zwei-Klassen-Anmeldung vor Augen geführt, dass eine Entscheidung für das Gymnasium – entgegen der Schullaufbahnempfehlung – ihre Kinder von Anfang an stigmatisiert.

Das Niedersächsische Kultusministerium war über diese Verfahrensweise informiert und hat ganz offensichtlich keine Einwände dagegen erhoben.

Vor diesem Hintergrund frage ich die Landesregierung:

1. Gibt es dieses getrennte Anmeldeverfahren in Niedersachsen lediglich in Cloppenburg oder auch an anderen Standorten und welche Gründe sprechen aus Sicht der Landesregierung dafür?

2. Teilt die Landesregierung die Auffassung, dass Schulen in staatlicher Trägerschaft den „Wettbewerb“ mit anderen Schulen um die vermeintlich qualifizierteren Schülerinnen und nur mit derartigen Maßnahmen gewinnen können?

3. Hält die Landesregierung dieses Verfahren für einen auch von ihr unterstützten Weg, mit dem Eltern von Schülerinnen und Schülern mit anderen Schullaufbahnempfehlungen von einer Anmeldung beim Gymnasium abgeschreckt werden sollen?

Antwort des Kultusministerium auf die Anfrage "Getrennte Anmeldetermine beim Gymnasium"

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