Podiumsdiskussion zur Landwirtschaft in Verden

 
Foto: Dörte Liebetruth
 

Verbände der Biobranche hatten am 27. September zu einer Podiumsdiskussion in den „Niedersachsenhof“ in Verden eingeladen. Hintergrund war die zunehmende Kritik an der konventionellen Landwirtschaft, die allgemein verantwortlich gemacht wird für Massentierhaltung, Überdüngung, Pestizidbelastungen und Artenschwund.

 

Alle Vertreter der Fraktionen des Agrarausschusses im Niedersächsischen Landtag, dem ich auch angehöre, diskutierten über Fragen wie z.B. :Was kann oder muss die Agrarpolitik regeln? Welche Rolle spielt der ökologische Landbau dabei? Brauchen wir eine Neuausrichtung für die Betriebe?

Vertreter der Biobranche auf dem Podium kamen von Bioland, Demeter, Naturland und der ÖON (Öko-Obstbau Norddeutschland). Vor der Diskussion waren Vorträge von Dr. Holger Buschmann vom Nabu und von Biolandwirt Thomas Morgenstern zu hören.

Leider regiert in der Landwirtschaft oft noch das alte Motto „wachse oder weiche“. Die Strategie, sich über die sogenannte Kostenführerschaft Wettbewerbsvorteile zu verschaffen, geht zu Lasten des Tierwohls, der Umwelt und der Beschäftigten, sie ist nicht zukunftsfähig. Landwirtschaftliche Nutzung und Naturschutz sind wieder stärker in Einklang zu bringen.

Einen breiten Raum nahm das Thema des hohen Anfalls von Gülle, Wirtschaftsdünger und Gärresten in einigen Regionen ein. Auch wenn bei diesem Thema nicht nur Einigkeit zu erzielen war, wird die Verbringung als kurzfristige Lösung im Sinne des Wasserschutzes unverzichtbar sein. Allerdings gibt es bereits heute ökonomische und ökologische Grenzen der Verbringung von Gülle.

Beim Thema Grundwasserschutz ist gerade auch in Niedersachsen in den letzten Jahren einiges auf den Weg gebracht worden, auch die Verstärkung der Düngebehörde mit dem Ziel, diejenigen stärker zu kontrollieren, die sich nicht an das geltende Recht halten. Das schützt vor allem auch die ordnungsgemäß wirtschaftenden Landwirte.

Auch der ökologische Landbau bietet Chancen wirtschaftlich zu arbeiten, dank der besseren Unterstützung haben wir in Niedersachsen in den letzten Jahren in dem Bereich auch einige Zuwächse verzeichnen können.

Auch wenn wir in der Sache kontrovers diskutiert haben, stand unter dem Strich die einhellige Meinung, dass sich der Ackerbau und die Landwirtschaft in eine naturverträglichere Richtung entwickeln müssen, damit die Landwirte auch nicht mehr in der Kritik stehen, sondern stolz auf ihren Beruf sein können. Denkbar ist das Umstellen der Förderpraxis, so dass zukünftig die Landwirte davon profitieren, die etwas für die Umwelt tun und Aufgaben übernehmen, die für das Gemeinwohl besonders wichtig sind.

Bei der Podiumsdiskussion in VerdenFoto: Dörte Liebetruth

: Bei der Podiumsdiskussion im Niedersachsenhof; Danke an Landtagskandidatin Dörthe Liebetruth für das Foto.

 


Kommentar schreiben

Netiquette
 

Spamschutz

Senden
 

Netiquette

Schließen
 

Unsere Internetseite soll eine Plattform für ernsthafte Diskussionen sein, bei dem Toleranz, Offenheit und Fairness zu den Grundprinzipien gehören. Wir begrüßen sachliche und konstruktive Inhalte, die zu einer angeregten Diskussion beitragen und der Meinung anderer Kommentatoren tolerant und unvoreingenommen begegnen. Wird gegen diese Grundprinzipien verstoßen, kann dies zur Löschung von Kommentaren führen.

Um bei uns zu kommentieren muss die eigene E-Mail-Adresse angegeben werden. Selbstverständlich wird diese E-Mail-Adresse nicht veröffentlicht und auch nicht an Dritte weitergegeben. Die Angabe einer falschen E-Mail-Adresse ist ein Verstoß gegen unsere Nutzungsbedingungen. Wir machen daher Stichproben, die dann zur Löschung von Kommentaren führen können. Mit Absenden des Formulars werden unsere Nutzungsbedingungen anerkannt.